Being Happy Average, Body Image
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Nachtrag: Warum ich meine Wortwahl trotz Mut zum Unperfektionismus in Zukunft mehr überdenken werde

Eine Freundin hat mich gerade auf etwas Wichtiges aufmerksam gemacht bezüglich meines Artikels über Nackte Frauen im Fernsehen. Nämlich, dass sie Lena Dunham keineswegs als „dick“ oder „wabbelig“ beschreiben würde. Ihre Kritik ist absolut berechtigt. In der Tat habe ich meine Worte sehr hart gewählt (und diese bereits im Text geändert). Bestimmt weil ich provozieren wollte, aber auch weil sie Teil eines Vokabulars geworden sind, dass ich an schlechten Tagen selbst für meinen eigenen Körper verwende. Teilweise so absurde Selbstbeschimpfungen, dass mein Freund mich auslachen muss, wenn ich wieder einmal so über mich spreche. Mit recht! Es ist das Vokabular der Frauen, die ihr Leben lang unzufrieden sein werden mit ihren Körper egal wie er aussieht. Eine Seite von mir die ich nicht mag und mit meinen Artikeln ganz bestimmt nicht reproduzieren wollte.

Denn was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass ich es toll finde, dass Lena Dunham nicht „perfekt“ aussieht, aber trotzdem eine bewundernswerte, attraktive und vor allem authentische Persönlichkeit ist. Und dass es völlig egal ist, dass ihr Bauch nicht flach ist.

Ich wollte sagen, dass auch feste Oberschenkel, ein dicker Hintern, Brüste in allen Formen und Größen schön sein können und dass wir uns nicht einreden lassen dürfen, dass man nur mit schlanken Beinen kurze Hosen anziehen darf. Dass ab einem bestimmten Alter Miniröcke Tabu wären und dass wir ständig irgendetwas kaschieren oder optimieren müssen.

Als leicht zu beeinflussende Person, bin ich aus meinen naiven Jugendtagen zu 80% Frauenmagazin-geschädigt, doch das Internet bietet nun neue Antworten auf diese – in Wahrheit –  Giftschleudern, die zu einem Großteil dazu da sind, Menschen schlecht fühlen zu lassen um ihre Kauflust zu steigern (wiedereinmal sehr überspitzt gesagt, aber es ist auch schon Spät und ich muss morgen Früh raus, daher muss das mit der Wortwahl überdenken noch ein bissl warten). Im Netz finden sich immer mehr starke, selbstbewusste Frauen, die auf die vorgegebenen Schönheitskorsetts pfeifen und ihr Ding machen. Ich lerne von diesen Frauen und hoffe, andere die meinen Vogel haben, auch.

Hier ein paar meiner Favoritinnen:

Lily bringt es auf den Punkt.

Amanda Palmer wehrt sich gegen die Reduzierung von Künstlerinnen als Sexsymbol.

Laci fasst 51 Fakten, warum wir Feminismus noch immer brauchen in einem Wordrap zusammen. 

Jenny Trout ist übergewichtig und hat einen Bikini in der Öffentlichkeit getragen. 

Taryn Brumfitt musste erkennen, dass den perfekten Körper zu haben, nichts in ihrem Leben verändert hat. 

Es gibt mehr, aber nun hat mein Hirn und mein Vogel nach acht Stunden Spätschicht an der Rezeption seinen Zenit erreicht. Gute Nacht!

2 Kommentare

  1. Ahoj,

    Ich freu mich über deinen Nachtrag! Ich muss zugeben ich habe den Beitrag bzw. die Wortwahl bei „Mehr nackte Frauen ins Fernsehen“ auch sehr kritisch gesehen und war auch ein bisschen perplex! Ich denke da wirken auch viele persönliche Erfahrungen mit und wie du selbst mit dem „medialen“ und eigenen Körperbild umgehst! Finde ich auch in Ordnung und einen möglichen Zugang! Nebenbei, mir ist die Provokation auch nicht entgangen! :) Trotzallem freue ich mich, dass du den Nachtrag verfasst hast!

    Ich hoffe auf weitere Blogeinträge!!!

  2. Danke für dein Feedback. Es ist meistens viel Persönliches dabei wenn ich schreibe, dann geht es mir am Leichtesten von der Hand. Leider macht es mich auch anfällig für Fehltritte und Fettnäpfchen, aber ich arbeite daran.

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